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Strategische Insolvenzen

In der Vergangenheit wurde Konkurs mit dem Niedergang von Organisationen und der Zerstörung des Shareholder Value in Verbindung gebracht (z. B. Johnson et al., 1986; Sirower, 1991), wobei das betroffene Unternehmen sowohl direkte als auch indirekte Konkurskosten tragen musste (z. B. Altman, 1984; Opler und Titman, 1994; Maksimovic und Phillips, 1998; Pulvino, 1999; LoPucki und Doherty, 2004; Bris et al., 2006). Diese traditionelle Position wurde jedoch in den letzten Jahren in Frage gestellt, wobei eine zunehmende Zahl von Wissenschaftlern behauptete, dass die Einführung des Bankruptcy Act von 1978 zu einer wesentlichen

Verschiebung in der Marktwahrnehmung von Insolvenz geführt habe (Sheppard, 1995; Tavakolian 1995; Delaney, 1998 :3). Der Schlüsselpunkt hierbei ist, dass der Kodex nicht verlangt, dass ein Unternehmen zahlungsunfähig ist, bevor es eine Reorganisation nach Kapitel 11 beantragt (z. B. Johnson et al., 1986; Sheppard, 1995; Tavakolian 1995; Altman und Hotchkiss, 2005:28). Infolgedessen bietet das US-Konkursrecht Managern einen Mechanismus, der es ihren Organisationen erlaubt, fast nach Belieben gegen fast jede unerwünschte finanzielle Verpflichtung anzukämpfen (z. B. Sheppard, 1995; Altman, 1993:89-90). Es überrascht nicht, dass es viele Fälle gibt, in denen Unternehmen Chapter 11 auf nicht traditionelle Weise verwenden (Johnson et al., 1986; Delaney, 1998).

Der Begriff strategische Insolvenz wird in der Literatur manchmal verwendet, um solche Situationen zu beschreiben, die dadurch gekennzeichnet sind, dass solvente Unternehmen die Insolvenzgerichte nicht als letztes Mittel, sondern als geplante Geschäftsstrategie anrufen (z. B. Sheppard, 1995; Delaney, 1998; Rose-Green und Dawkins, 2002). Texaco ist wahrscheinlich eines der besten Beispiele für diese unkonventionelle Verwendung von Chapter 11. Am 13. April 1987 meldete das Unternehmen Insolvenz an und ging als größter

Unternehmenszusammenbruch seiner Zeit in die Geschichte ein. Der bemerkenswerteste Aspekt ist jedoch, dass Texaco eine solide Finanzlage hatte, als es Bundesschutz beantragte. In einem Brief an seine Kunden und Lieferanten, der zum Zeitpunkt des Konkurses veröffentlicht wurde, schrieben die Manager von Texaco: „Texaco Inc. ist zahlungsfähig und finanziell stark. Die Petition nach Kapitel 11 wird es Texaco Inc. ermöglichen, seine Geschäfte im normalen Rahmen zu führen, da es weiterhin Berufung gegen dieses Urteil einlegt. Wir möchten noch einmal betonen, dass unser Unternehmen nicht betroffen ist und allen seinen Verpflichtungen in vollem Umfang nachkommt. Wir sind finanziell gesund und unser Geschäft wird normal weitergeführt.“ Offensichtlich ist Texaco nach eigenen Angaben nicht der stereotype Insolvenzfall. Stattdessen benutzte das Unternehmen Kapitel 11 als Waffe gegen einen seiner Rivalen, Pennzoil. Das Ziel war einfach: einen gerichtlich auferlegten Schadensersatz von 10,5 Milliarden Dollar an seinen Konkurrenten zu reduzieren (Delaney, 1998:145).

Im Laufe der Jahre meldeten andere Unternehmen strategische Insolvenzen an, um Arbeitsverträge zu brechen (zB Continental Airlines), eine große Anzahl von Einzelansprüchen zu lösen (zB Manville und AH Robins), die Bewältigung der finanziellen Verpflichtungen von Pensionsfonds zu vermeiden (zB LTV), sich zu drücken Zahlung unrentabler Mieten (z. B. HRT Industries) oder sogar Umgang mit Problemen mit den Steuerbehörden (z. B. Whiting Pools). Ein weiteres Beispiel, das von Federal-Mogul Corp., das im Oktober 2001 gerichtlichen Schutz beantragte, um sich mit Klagen im Zusammenhang mit Asbest zu befassen, ist in Anhang 1 aufgeführt. ihrem Wesen nach nichts wie ein typisches Unternehmen, das Schutz vor dem Bundeskonkursgericht sucht, wie die Manhatten Bagel Company, die im November 1997 einen Antrag auf Chapter 11 stellte, dessen Fall auch in Anhang 1 beschrieben wird. Daher strategisch und nicht strategisch Insolvenzen sind zwei a priori ähnliche negative öffentliche Ereignisse (dh sie haben eine gemeinsame Rechtsform) mit völlig unterschiedlichen zugrunde liegenden Beweggründen. Der Rest dieses Papiers testet die Preisauswirkungen dieses Unterschieds, was uns helfen sollte zu verstehen, inwieweit der Markt in der Lage ist, zwischen scheinbar ähnlichen negativen Ereignissen zu unterscheiden.

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